Mini-LEDs und Mikro-LEDs:
Ein häufiges Unterscheidungsmerkmal von Mini-LEDs und Mikro-LEDs ist ihre Größe. Beide basieren auf anorganischen LEDs. Wie die Namen bereits andeuten, gelten Mini-LEDs als LEDs im Millimeterbereich, während Mikro-LEDs im Mikrometerbereich liegen. In der Praxis ist diese Unterscheidung jedoch nicht so streng, und die Definition kann variieren. Allgemein gilt aber, dass Mikro-LEDs kleiner als 100 µm und sogar kleiner als 50 µm sind, während Mini-LEDs deutlich größer sind.

In der Displayindustrie ist die Größe bei Mini-LED- und Micro-LED-Displays nur ein Faktor. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Dicke der LED und ihres Substrats. Mini-LEDs sind typischerweise recht dick und überschreiten 100 µm, was hauptsächlich auf das Vorhandensein von LED-Substraten zurückzuführen ist. Micro-LEDs hingegen verzichten in der Regel auf ein Substrat, wodurch die fertigen LEDs extrem dünn sind.

Ein drittes Unterscheidungsmerkmal ist die Massentransfertechnik, die zum Handling der LEDs verwendet wird. Mini-LEDs nutzen typischerweise konventionelle Bestückungstechniken, einschließlich der Oberflächenmontagetechnik. Die Anzahl der gleichzeitig übertragbaren LEDs ist begrenzt. Bei Mikro-LEDs müssen hingegen in der Regel Millionen von LEDs auf einem heterogenen Substrat übertragen werden, wodurch die Anzahl der gleichzeitig zu übertragenden LEDs deutlich höher ist und eine innovative Massentransfertechnik erforderlich wird.

Die Unterschiede zwischen Mini-LEDs und Micro-LEDs bestimmen ihre Fertigungsfreundlichkeit und ihren technologischen Reifegrad.
Mini-LEDs können als Hintergrundbeleuchtung für herkömmliche LCD-Bildschirme oder als selbstleuchtende Pixelemitter eingesetzt werden.

Im Bereich der Hintergrundbeleuchtung können Mini-LEDs die bestehende LCD-Technologie verbessern und so für höhere Farbwiedergabe und besseren Kontrast sorgen. Im Wesentlichen ersetzen Mini-LEDs die Dutzenden von Hochleistungs-LEDs in der Rahmenbeleuchtung durch Zehntausende von direkt leuchtenden Mini-LED-Einheiten. Ihre HDR-Auflösung (High Dynamic Range) setzt neue Maßstäbe. Obwohl Mini-LEDs noch nicht die lokale Pixel-für-Pixel-Dimmung wie OLED ermöglichen, erfüllen sie zumindest die hohen Anforderungen an die Verarbeitung von Local-Dimming-Signalen für HDR-Bilder. Darüber hinaus bieten LCD-Panels mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung typischerweise einen besseren Farbwiedergabeindex (CRI) und können so dünn wie OLED-Panels gefertigt werden.

Im Gegensatz zu hintergrundbeleuchteten Mini-LED-Displays, die im Prinzip immer noch LCDs sind, werden Displays, die Mini-LEDs als Pixel verwenden, als direkt emittierende LED-Displays bezeichnet. Diese Displayart ist der Vorläufer der Micro-LED-Displays.

Von Mini-LED- zu Micro-LED-Displays:
Angesichts der Herausforderungen in der Chipfertigung und im Massentransfer bieten selbstleuchtende Mini-LED-Displays eine vielversprechende Lösung für zukünftige Micro-LEDs. Der Übergang von Mini-LED zu Micro-LED erfordert nicht nur eine Reduzierung der Größe und Dicke der LEDs selbst, sondern auch eine Anpassung der Fertigungstechniken und der Lieferkette. Die rasche Verbreitung von Mini-LED-Displays, ob hintergrundbeleuchtet oder selbstleuchtend, trägt zum Aufbau der Lieferkette und zum Wissens- und Erfahrungsaufbau bei.

Micro-LED-Displays bieten zahlreiche Vorteile wie einen großen Farbraum, hohe Leuchtdichte, geringen Stromverbrauch, hervorragende Stabilität und lange Lebensdauer, einen weiten Betrachtungswinkel, hohen Dynamikumfang, hohen Kontrast, schnelle Bildwiederholfrequenz, Transparenz, nahtlose Konnektivität und die Möglichkeit zur Sensorintegration. Einige dieser Eigenschaften sind einzigartig für die Micro-LED-Technologie und machen sie zu einem potenziellen Gamechanger in der Displayindustrie.