Laut VW-Chef Diess wird dies autonomes Fahren sein: Bis 2030 sollen 15 % des Konzernumsatzes auf Robotertaxis und neue Mobilitätsdienstleistungen entfallen. Die Zeitung „Die Welt“ berichtet, dass die Wolfsburger Führungskräfte über nutzungsbasierte Abrechnung nachdenken: So könnte beispielsweise ein Nickerchen auf dem Fahrersitz rund sieben Euro pro Stunde kosten. Auch Reichweiten- oder Leistungssteigerungen (wie etwa höhere Höchstgeschwindigkeiten) könnten stunden- oder tageweise abgerechnet werden.

Öffentlicher Nahverkehr mit autonomen Fahrzeugen:
Bevor die mobile „Autonomie“ Einzug in den Privatalltag hält, wird sie unsere Vorstellungen von Mobilität als Bus, Shuttle oder Taxi grundlegend verändern. Um dies zu erreichen, muss der vollelektrische VW ID.Buzz autonom (Level 4) fahren und ab 2025 als Robotertaxi in Serie gehen. Bis dahin testet der Wolfsburger Automobilhersteller die Technologie in Zusammenarbeit mit seinem US-Partner Argo AI im Rahmen eines Shuttle-Services zum Flughafen München.

Die Intel-Tochtergesellschaften Mobileye und Sixt wollen VW überholen. Die Unternehmen planen, im nächsten Jahr autonome Fahrdienste in München und Tel Aviv einzuführen. Die Autonomie wird durch das modulare Level-4-System „Mobileye Drive“ gewährleistet, das sich vor allem an lokale Verkehrsunternehmen richtet. Die Zuverlässigkeit wird durch zwei unabhängige Systeme sichergestellt, die entweder mit 13 Kameras oder 9 LiDAR-Sensoren (Light Detection and Ranging) plus 6 Radarsensoren arbeiten.

Ein Jahr später wird Hyundais autonomes (Level 4) Fahrzeug Ioniq 5 in einigen US-Städten seine ersten Fahrgäste in Zusammenarbeit mit dem Fahrdienstleister Lyft befördern.

Unterdessen hat Googles Schwesterfirma Waymo in San Francisco einen weiteren Meilenstein erreicht: Über die Waymo-App kann nun jeder Interessierte eine kostenlose Fahrt im selbstfahrenden Elektro-SUV Jaguar I-Pace inklusive Sicherheitsfahrer anfordern. GM-Konkurrent Cruise ist jedoch der erste Automobilhersteller, dem es im Rahmen des fahrerlosen Pilotprogramms der CPUC (California Public Utilities Commission) erlaubt ist, seine autonomen Taxis ohne Fahrer auf kalifornischen Straßen einzusetzen
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Autonom fahrende Privatfahrzeuge sind noch Zukunftsmusik: Teslas Autopilot ist eher ein Assistenzsystem und erreicht lediglich Automatisierungsstufe 2. Andere Hersteller bieten Konzeptfahrzeuge an, wie beispielsweise das „Grandsphere Concept“, das Audi auf der diesjährigen IAA Mobility präsentierte.

Laut diesem und ähnlichen Konzepten wird die Limousine der Zukunft frühestens in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts bei den Händlern eintreffen. Eine Studie von ADAC/Prognos aus dem Jahr 2018 prognostiziert, dass fahrerlose Autos bis 2030 sowohl auf Autobahnen als auch in Städten unterwegs sein werden. Ab 2040 ist mit einem vermehrten Einsatz auf den Straßen zu rechnen.

Productronica 2021 und Autonomes Fahren:
Auch in diesem Jahr steht das selbstfahrende Auto im Mittelpunkt der Weltleitmesse für die Entwicklung und Produktion von Elektronikprodukten. Im Elektronikbereich ist das kein neues Thema. Schließlich sorgen Fahrerassistenzsysteme (z. B. Einparkhilfe) schon seit vielen Jahren für mehr Sicherheit und Komfort.

Laut der Unternehmensberatung Roland Berger belaufen sich die Kosten für Elektronikmodule in einem typischen Oberklasse-Pkw mit Verbrennungsmotor derzeit auf 3.145 US-Dollar. In einem teilautonomen, elektrifizierten Fahrzeug werden sich diese Kosten bis 2025 mehr als verdoppeln und 7.030 US-Dollar erreichen. Rund ein Viertel der Kosten (725 US-Dollar) ist im Allgemeinen auf die Digitalisierung zurückzuführen. Der größte Kostentreiber ist jedoch die Elektromobilität. Mehr als die Hälfte des Kostenanstiegs (2.235 US-Dollar) ist auf die Elektrifizierung des Antriebsstrangs zurückzuführen. Im Falle des autonomen Fahrens entstehen die zusätzlichen Mittel für Fahrzeugelektronik (925 US-Dollar) hauptsächlich durch Rechenleistung und Sensoren.

Auf der Productronica 2021 präsentieren zahlreiche Unternehmen Maschinen und Dienstleistungen für die Entwicklung und Fertigung von Hochleistungselektronik für Fahrerassistenzsysteme, die automatisiertes Fahren ermöglichen. Dazu gehören Kamera-, Radar-, Ultraschall- und LiDAR-Sensoren sowie Multi-Core-SoC-Plattformen mit Schwerpunkt auf Sicherheit und Bildverarbeitung.