Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) konnte das für 2020 geplante Ziel von einer Million Elektrofahrzeugen (54 % rein elektrisch / 46 % Plug-in-Hybride) auf deutschen Straßen erreicht werden. Nun erklärt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), dass die Zahl bis 2030 auf 14 Millionen steigen soll.
Öffentliches und privates Laden:
Um mit den Zulassungsverfahren für Elektrofahrzeuge Schritt zu halten, benötigt Deutschland laut Verband der Automobilindustrie (VDA) bis zu diesem Zeitpunkt mehr als eine Million frei zugängliche Ladepunkte. Dies wird auch im „Klimaschutzprogramm 2030“ und im „Masterplan Ladeinfrastruktur“ festgehalten. Die Unternehmensberatung PwC rechnet im selben Zeitraum mit einem Bedarf von „mehr als 700.000 Ladepunkten im öffentlichen Raum“. Dies trotz der Tatsache, dass ein Großteil des Ladens zu Hause (60–70 %) und am Arbeitsplatz (15–25 %) stattfinden wird. Eine aktuelle Liste der Bundesnetzagentur zeigt jedoch, dass zum 1. August lediglich 40.000 Niedrigladepunkte und 6.750 Schnellladepunkte in Betrieb waren.
Um dieser Situation rasch zu begegnen, stellt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) bis Ende 2025 zusätzliche 500 Millionen Euro über das überarbeitete Förderprogramm „Öffentliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ bereit. Fördergelder werden für Standardladepunkte mit einer Ladeleistung von bis zu 22 kW sowie für Schnellladepunkte mit einer Leistung von über 22 kW gewährt, an denen ausschließlich Gleichstromladung (DC) möglich ist. Mit dieser Förderung sollen bis Ende 2025 mindestens 50.000 Ladepunkte (davon mindestens 20.000 Schnellladepunkte) entstehen.
Um das Problem des privaten Ladens zumindest teilweise anzugehen, hat die Bundesregierung zusätzliche 300 Millionen Euro für die Finanzierung von Wallboxen bereitgestellt. Anträge können unter folgenden Bedingungen eingereicht werden: Die Ladestation muss mit 100 % Ökostrom betrieben werden, eine Leistung von 11 kW aufweisen und steuerbar sein, um eine Überlastung des lokalen Stromnetzes zu verhindern.
Festkörperbatterien bieten Hoffnung.
Eine flächendeckende Ladeinfrastruktur allein wird jedoch nicht ausreichen, um die derzeit begrenzten Reichweiten zu verbessern. Hochleistungsbatterien mit längerer Lebensdauer sind mindestens ebenso wichtig. Auch in Deutschland stehen sie im Fokus. Automobilhersteller und Investoren kündigen regelmäßig neue Batteriezellfabriken an. Laut dem europäischen Verband Transport & Environment (T&E) sind europaweit 38 Batteriefabriken geplant, die ein Investitionsvolumen von rund 40 Milliarden Euro repräsentieren.
Fast alle basieren auf der etablierten Lithium-Ionen-Technologie. Doch es gibt Hoffnung für die Zukunft in Form von Festkörperbatterien, wie sie beispielsweise von Daimler, Volkswagen und Toyota entwickelt werden. Im Vergleich zu aktuellen Technologien versprechen sie die doppelte Reichweite bei gleicher Größe. Die ersten Fahrzeuge, darunter Testfahrzeuge von Toyota und Volkswagen, sind bereits unterwegs. Bis diese neue Batterieart jedoch in großem Umfang auf den Straßen zu sehen ist, wird es noch einige Zeit dauern. Das Analyseunternehmen Yole Développement rechnet damit, dass die Technologie 2025 auf den Markt kommt und 2027 eine weltweite Produktionskapazität von 2,36 GWh erreicht. Das reicht für fast 50.000 Elektroautos mit einer 50-kWh-Batterie.
Größere Reichweite mit Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN).
