Umgekehrt verleiten schwache Regulierungen in den USA Unternehmen dazu, den Zugang zu Daten über Batteriezustand und -managementsysteme aufgrund von Bedenken hinsichtlich geistigen Eigentums einzuschränken. Der Bericht von IDTechEx über Zweitnutzung von Batterien in Elektrofahrzeugen bietet eine detailliertere Analyse dieser politisch bedingten regionalen Unterschiede. Die Zusammenarbeit zwischen dem KI-Infrastrukturunternehmen Crusoe und dem Recyclingunternehmen Redwood deutet jedoch auf eine mögliche Trendwende und die Entstehung eines neuen globalen Marktführers hin.
Unterschiedliche Strategien prägen den entstehenden globalen Markt:
Batterien von Elektrofahrzeugen verlieren mit der Zeit an Kapazität, bedingt durch Faktoren wie Ladezyklen, natürliche Alterung und thermische Belastung. Sobald sie nur noch 70 bis 80 % ihrer ursprünglichen Kapazität aufweisen (typischerweise nach 11 bis 13 Jahren), erfüllen sie nicht mehr die Anforderungen für den Straßenverkehr. Dies reduziert Reichweite und Spitzenleistung und beeinträchtigt Beschleunigung und Sicherheit. Da 2025 voraussichtlich jedes vierte verkaufte Auto elektrisch sein wird, besteht ein dringender Bedarf, diese noch stabilen, zuverlässigen und leistungsstarken Batterien wiederzuverwenden.
China hat in diesem Markt eine Vorreiterrolle eingenommen, indem es die Rückverfolgbarkeit verbessert, die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) stärkt und Nachhaltigkeit und Sicherheit priorisiert. Diese Vorschriften schreiben vor, dass mindestens 60 % der Altbatterien von Elektrofahrzeugen für Zweitverwendungen vorgesehen und nicht sofort demontiert oder eingeschmolzen werden müssen.
Obwohl die Europäische Union klare Rahmenbedingungen für die Demontage, Inspektion und Reparatur von Batterien geschaffen hat, fehlen Anreize und Quoten, um deren großflächige Wiederverwendung zu beschleunigen. Dennoch ist eine deutliche Dynamik erkennbar: Rund 20 Unternehmen sind im Bereich der Batteriewiederverwendung aktiv und verfügen über erhebliche Kapazitäten zur Bewältigung der wachsenden Menge ausgedienter Batterien.
In den Vereinigten Staaten ist die Umsetzung von Zweitnutzungsbatterien aufgrund regulatorischer, marktbezogener und versorgungstechnischer Herausforderungen weiterhin eingeschränkt. Strenge und kostspielige Zertifizierungsanforderungen, ein Mangel an verfügbaren Batterien und eine geringe Anzahl spezialisierter Unternehmen hemmen die Entwicklung. Darüber hinaus schafft das Fehlen klarer Bundesrichtlinien, insbesondere hinsichtlich steuerlicher Anreize, Unsicherheit für Investoren und Projektentwickler.
US-Unternehmen
den Markt mit dem weltweit größten Second-Life-Batteriesystem revolutioniert: einem 12-MW/63-MWh-Solar-Mikronetz in Nevada. Im März 2026 kündigten sie eine Erweiterung an, die die Rechenkapazität versiebenfachen und die Energiespeicherkapazität auf 20 MW/205 MWh erhöhen wird.
Seit dem Start im Jahr 2025 hat diese Partnerschaft die Kapazität wiederverwendeter Batterien in der Region verdoppelt und unterstützt modulare, mit erneuerbarer Energie betriebene Rechenzentren, wodurch das Wachstum nachhaltiger künstlicher Intelligenz gefördert wird.
Das Projekt hat eine außergewöhnliche Leistungsfähigkeit mit einer Verfügbarkeit von 99,2 % bewiesen.
Eine Energielösung der Zukunft?
Dies wirft eine entscheidende Frage auf: Kann die Wiederverwendung von Batterien nicht nur die Nachhaltigkeit von Elektrofahrzeugen verbessern, sondern auch den steigenden Energiebedarf decken, der durch Elektrifizierung, Wärmepumpen und den Aufstieg von KI-Rechenzentren bedingt ist?
Autor: Joe Carey, Technologieanalyst
