ABB arbeitet mit Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz und Rechenzentrumsbetreibern zusammen, um eine neue Klasse elektrischer Infrastruktur für Rechenzentren zu entwickeln. Diese basiert auf integrierten End-to-End-Stromversorgungssystemen, die Flexibilität, Zuverlässigkeit, Effizienz und skalierbare Leistung im Maßstab der künstlichen Intelligenz bieten sollen.

Rechenzentren nutzen die für Mikronetze geeignete Architektur des 34,5-kV-HiPerGuard-Systems, um dezentrale Stromerzeugung mit Batteriespeichern zu kombinieren. Das System unterstützt verschiedene Energiequellen – Gasturbinen, erneuerbare Energien und Netzanschluss – und bietet Betreibern die Flexibilität, Ausfallsicherheit und Effizienz zu optimieren. Die Integration mit der Power Exchanger-Technologie von ABB ermöglicht Batteriemanagement- und Netzstützungsfunktionen, sodass Rechenzentrumsbetreiber Lastspitzenkappung und Frequenzregelung anbieten können.

Mit einem Wirkungsgrad von 98 % reduziert der direkte 34,5-kV-Anschluss von HiPerGuard die Spannungswandlungsverluste. Dies führt zu jährlichen Einsparungen von ca. 880.000 US-Dollar pro Prozentpunkt Effizienzsteigerung in einem 100-MW-KI-Rechenzentrum. Die vereinfachte Architektur verringert zudem den Bedarf an Kupferkabeln erheblich. Dank einer um 20–25 % kleineren Stellfläche und weniger Geräten und Kabelstrecken gewinnen Betreiber Platz und erzielen signifikante Einsparungen bei den Infrastrukturkosten.

„Dank der Technologie von ABB können KI-Rechenzentren erstmals direkt an das 34,5-kV-Stromnetz angeschlossen werden. Dies reduziert Energieverluste bei der Umwandlung und vereinfacht die Infrastruktur“, so Sébastien Surply, Leiter des Bereichs Kritische Stromversorgung bei ABB Smart Power. „Unsere Zusammenarbeit mit den Innovatoren der KI-Infrastruktur hat den grundlegenden Bedarf an mehr Flexibilität ohne Komplexität verdeutlicht. Die neueste Version von HiPerGuard bietet beides und ermöglicht es Anlagen, mit der für den Fortschritt im KI-Computing notwendigen Energieeffizienz und Flexibilität zu skalieren.“

Die wiederholbare und flexible Architektur des Systems ermöglicht eine schrittweise Kapazitätserweiterung durch parallele Konfigurationen von bis zu 25 MW. Betreiber können so wachsen, ohne die Infrastruktur komplett überarbeiten zu müssen. Mit steigenden KI-Workloads und sich ändernden Leistungsanforderungen ermöglicht das Plug-and-Play-Konverterdesign des Systems die schnelle Anpassung und Integration neuer Technologien.

HiPerGuard wurde von UL Solutions als erstes Produkt seiner Art ausgezeichnet, das die Norm UL 9540, den anspruchsvollsten Energiespeicherstandard der Branche, erfüllt. Die HiPerGuard-Produktreihe ist IEC- und UL-zertifiziert (UL 1741 und UL 9540) und unterstützt Spannungspegel von 4,16 kV bis 34,5 kV.