Die Debatte um Energieeffizienz erstreckt sich mittlerweile über die gesamte Wertschöpfungskette der Elektronik. Sie reicht von Halbleitern, Netzteilen und integrierten Systemen bis hin zu Elektromechanik und industrieller Verbindungstechnik. Die Frage nach der optimalen Methode zur Steigerung der Energieeffizienz ist in nahezu allen Anwendungsbereichen ein wiederkehrendes Thema – von Unterhaltungselektronik und Automobilelektronik bis hin zu industriellen Systemen und Geräten. Als weltweit führende Fachmesse und Konferenz für Elektronik bringt die electronica Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammen, um die technischen Herausforderungen und aktuellen Trends im Bereich Energieeffizienz zu diskutieren.

„Energieeffizienz wird zu einer zentralen Anforderung für die Elektronikindustrie. In der Elektronikbranche ist heute eindeutig in nahezu allen Sektoren eine Nachfrage nach effizienten Produkten vorhanden, von der Elektromechanik und Automatisierung bis hin zu vernetzten Industrieanwendungen“, sagt Caroline Pannier, Direktorin der Fachmesse electronica.

Die Energiekosten sinken dank effizienter Elektronik

Aktuelle Studien belegen, dass Energieeffizienz in verschiedenen Branchen immer wichtiger wird. Im Automobilsektor „Global EV Outlook 2026“ , dass die Elektromobilität weiter an Dynamik gewinnt: Weltweit wurden 2025 mehr als 20 Millionen Elektroautos verkauft, was bedeutet, dass mittlerweile etwa jedes vierte neu verkaufte Auto elektrisch ist. Infolge dieses Trends steigt die Nachfrage nach energieeffizienter Elektronik – von Leistungselektronik und Ladeinfrastruktur bis hin zu Batterietechnologie.

Eine Studie des Fraunhofer IZM zeigt, dass moderne Technologien die Energieeffizienz verbessern. Daher wird der Energiebedarf von Mobilfunknetzen trotz steigender Datenmengen in den kommenden Jahren nur moderat zunehmen. Auch in anderen Branchen, wie beispielsweise der Elektronikfertigung, gewinnt Energieeffizienz an Bedeutung. McKinsey kommt zu dem Schluss, dass sich die Energiekosten von Halbleiterfabriken durch Effizienzmaßnahmen um 20 bis 30 Prozent senken lassen.

Die Energieeffizienz wird üblicherweise aus dem System abgeleitet

Für die Elektronikindustrie bedeutet dies, dass Energieeffizienz sowohl im Produkt selbst als auch im Fertigungsprozess zu einem strategischen Faktor wird. Dies zeigt sich besonders deutlich im Bereich der Elektromechanik. Hier geht es nicht nur um einzelne Komponenten, sondern auch um das Zusammenspiel von Steckverbindern, Gehäusen, Kabelführung und Schnittstellen. Geringer Kontaktwiderstand, robuste Verbindungstechnik, EMV-konformes Design und wartungsfreundliche Systeme reduzieren Verluste, verbessern die Betriebssicherheit und vereinfachen die Instandhaltung. Daher rückt das Gesamtsystem immer stärker in den Fokus, das energieeffizient gestaltet sein muss, um Energie direkt an der Quelle einzusparen.

Die Elektronik bietet eine Plattform für effiziente Elektromechanik

Die Elektronikbranche umfasst die gesamte Wertschöpfungskette, was den Fokus auf Elektromechanik erklärt. Aussteller wie Harting, Phoenix Contact und Weidmüller präsentieren unter anderem Steckverbinder, Relais, Schalter und Schaltschranktechnik. Harting beispielsweise ist spezialisiert auf industrielle Verbindungslösungen für Daten-, Signal- und Energieübertragung und konzentriert sich auf Anwendungen in den Bereichen Elektromobilität, erneuerbare Energien, Automatisierung und Maschinenbau.

Phoenix Contact zeigt, dass Energieeffizienz bereits auf elektromechanischer Ebene beginnt, beispielsweise bei Steckverbindern, Klemmen, Schutzgehäusen, Netzteilen und Schnittstellenlösungen für Elektrifizierung und Automatisierung. Das Produktportfolio von Weidmüller umfasst unter anderem Klemmenblöcke, Steckverbinder, Leiterplattensteckverbinder und weitere Komponenten für die sichere Übertragung von Energie, Signalen und Daten. Der Distributor Arrow Electronics konzentriert sich gemeinsam mit seinen Partnern auf leistungsstarke elektromechanische und passive Bauelemente, die die Energiespeicherung und -effizienz verbessern und Verluste in Anwendungen wie Elektromobilität, erneuerbaren Energiesystemen und industrieller Automatisierung reduzieren

Dies zeigt deutlich, dass Besucher, die sich für Energieeffizienz in der Elektronik interessieren, nicht nur in der Halbleiter- und Leistungselektronik, sondern auch im Bereich der Elektromechanik fündig werden. Auf der electronica 2026 präsentieren rund 3.500 Aussteller aus etwa 60 Ländern ihre neuesten Lösungen für die „vollelektrische Gesellschaft“. Themen wie Energieeffizienz, Automatisierung und Kreislaufwirtschaft werden auch in den Rahmenprogrammen und Foren behandelt, wo die Teilnehmer technologische Fortschritte, regulatorische Fragen und nachhaltige Zukunftskonzepte diskutieren.