Der ADIN1300 integriert den Ethernet-MAC-Controller und die physikalische Schicht (PHY) in einer einzigen, dem IEEE-802.3cg-Standard entsprechenden Schaltung. Dadurch ermöglicht er die Daten- und Stromübertragung über ein einzelnes Kupferpaar über Entfernungen von bis zu 1.000 Metern. Diese Architektur vereinfacht das Systemdesign erheblich und reduziert die Kosten für Verkabelung, Installation und Wartung im Vergleich zu herkömmlichen Ethernet-Lösungen.
Der ADIN1300 wurde für industrielle Umgebungen entwickelt und bietet eine hohe Störfestigkeit, Robustheit gegenüber elektromagnetischen Störungen und Kompatibilität mit modernen Netzwerkarchitekturen. Er eignet sich ideal für Anwendungen wie intelligente Sensoren, Prozessinstrumentierung, Fabrikautomation, Energieinfrastruktur und intelligente Gebäude, wo eine zuverlässige Ethernet-Verbindung an entfernten Standorten erforderlich ist.

Zu den wichtigsten technischen Merkmalen gehören:
- Vollständige Kompatibilität mit IEEE 802.3cg 10BASE-T1L
- Reichweite von bis zu 1 km über ein einzelnes verdrilltes Adernpaar
- Leistungsstarke SPI-Schnittstelle für effiziente Verbindungen mit Mikrocontrollern und eingebetteten Prozessoren
- Unterstützung für Vollduplex und geringe Latenz
- Erweiterte Verbindungsüberwachungs- und Diagnosefunktionen
- Breiter Temperaturbereich für industrielle Umgebungen

Der ADIN1300 ist Teil des Ethernet-to-the-Edge-Ökosystems von Analog Devices und erleichtert den Übergang zu Architekturen, die auf industriellem Ethernet basieren und Technologien wie Ethernet-APL und IIoT (Industrial Internet of Things) ermöglichen.

Der ADIN1300 ist in einem 6 mm × 6 mm großen, 40-poligen Full-Scale Chip Package (LFCSP) erhältlich. Das Bauteil benötigt mindestens zwei Versorgungsspannungen: 0,9 V und 3,3 V, vorausgesetzt, die MAC-Schnittstelle ist mit 3,3 V versorgt. Für maximale Flexibilität im Systemdesign ermöglicht eine separate VDDIO-Versorgung die unabhängige Konfiguration der Versorgungsspannungen für die MAC-Schnittstelle und die Management-Dateneingabe/-ausgabe (MDIO) unabhängig von der übrigen ADIN1300-Schaltung. Dadurch ist der Betrieb mit 1,8 V, 2,5 V oder 3,3 V möglich.

Nach dem Einschalten verbleibt der ADIN1300 im Hardware-Reset, bis jede Spannungsversorgung ihren minimalen Spannungsanstiegsschwellenwert überschritten hat. Der Schutz vor Unterspannung wird durch die Überwachung der Spannungsversorgungen gewährleistet. Dabei wird erkannt, ob eine oder mehrere von ihnen unter einen minimalen Spannungsabfallschwellenwert fallen (siehe Tabelle 19 im Datenblatt). Das Gerät bleibt im Hardware-Reset, bis sich die Spannungsversorgungen erholt haben und die Power-On-Reset-Schaltung (POR) wieder aktiviert ist.

Die MII-Managementschnittstelle (auch MDIO-Schnittstelle genannt) stellt eine serielle 2-Draht-Schnittstelle zwischen einem Hostprozessor oder MAC (auch Managementstation (STA) genannt) und dem ADIN1300 bereit. Sie ermöglicht den Zugriff auf Steuerungs- und Statusinformationen in den Managementregistern des PHY-Kerns. Die Schnittstelle ist kompatibel mit den Management-Frame-Strukturen der Abschnitte 22 und 45 des IEEE-802.3-Standards.
Der ADIN1300 unterstützt Kabellängen von bis zu 150 Metern bei Gigabit-Geschwindigkeit und bis zu 180 Metern bei 100 Mbit/s oder 10 Mbit/s.

Anwendungsbereiche:
Industrieautomation,
Prozesssteuerung,
Fabrikautomation,
Robotik/Bewegungssteuerung,
zeitkritische Netzwerke (TSN),
Gebäudeautomation,
Test- und Messtechnik,
industrielles Internet der Dinge (IoT)

Weitere Informationen