Aufgrund bestehender technologischer Beschränkungen basiert die Temperaturregelung herkömmlicher Induktionskochfelder auf der Temperatur der Rückseite der Glaskeramikplatte. Mit dem MLX90617 hat Melexis eine fortschrittliche und dennoch kostengünstige Lösung entwickelt, die quasi „durch die Glaskeramikplatte hindurchsieht“ und so die Temperatur am Boden des Kochgeschirrs in Echtzeit misst.

Das Prinzip
: Mithilfe präziser optischer Filtertechniken, die speziell auf die Glaskeramik von Induktionskochfeldern abgestimmt sind, erfasst der MLX90617 die vom Boden des Kochgeschirrs abgegebene und durch die Glaskeramikplatte hindurchtretende Strahlung. Die Energie der Glaskeramikplatte selbst wird dabei mithilfe eines fortschrittlichen Algorithmus berücksichtigt.

Funktionsweise:
Der MLX90617 ist für die Verwendung mit einem weiteren berührungslosen Temperatursensor (z. B. MLX90614 oder MLX90632) konzipiert, der ebenfalls unter der Keramikoberfläche des Kochfelds montiert wird. Optional kann für höchste Genauigkeit eine Emissionsgradmessung vor Ort mit einer LED und einem Lichtsensor durchgeführt werden.

Zur Bestimmung der Temperatur des Kochgeschirrs misst das MLX90617 die vom Topf- oder Pfannenboden abgegebene Strahlung, während ein zweiter Sensor die Strahlung der Glaskeramik-Oberfläche und des Sensors selbst erfasst. Die zugehörige LED und der Lichtsensor messen das Reflexionsvermögen des Gefäßes und berechnen daraus dessen Emissionsgrad. Durch eine relativ einfache Echtzeitverarbeitung lässt sich anschließend die Temperatur des Gefäßbodens ermitteln, wobei die Strahlung der Glaskeramik-Oberfläche und der Sensoren unberücksichtigt bleibt.

Im Vergleich zu einem herkömmlichen Induktionskochfeld, das die Temperatur der Glaskeramikplatte (T<sub>Glas</sub>) misst, erfasst das MLX90617 mithilfe fortschrittlicher optischer Filterung die Temperatur des Topfbodens (T<sub>Topf</sub> gemessen) in Echtzeit. Der Vergleich der Ergebnisse zeigt deutlich, dass die Messung des MLX90617 der tatsächlichen Temperatur von Töpfen und Pfannen (gemessenes Gefäß) wesentlich näher kommt.

Da der Sensor die Temperatur des Topf- oder Pfannenbodens und nicht die der Glaskeramikplatte misst, erhält die Steuerelektronik des Kochfelds ein präziseres Bild der Speisentemperatur. Dies ist besonders vorteilhaft für Kochvorgänge, die eine genaue Temperaturregelung in engen Temperaturbereichen erfordern. Zudem trägt es zur erhöhten Systemsicherheit bei, indem es Temperaturen außerhalb des zulässigen Bereichs erkennt und die Entwicklung fortschrittlicherer automatisierter Kochsysteme ermöglicht.

Das MLX90617 verfügt über einen breiten, werkseitig kalibrierten Betriebstemperaturbereich von -0 °C bis 125 °C und ist für die Messung von Kochgeschirrtemperaturen zwischen 70 °C und 250 °C ausgelegt. Es ist im branchenüblichen TO39-Gehäuse mit einer Versorgungsspannung von 5 V erhältlich. Die digitale SMBus-Schnittstelle lässt sich problemlos in Induktionskochfelder integrieren.

Das TO39-Gehäuse beherbergt sowohl den infrarotempfindlichen Thermosäulen-Detektorchip als auch die Signalaufbereitungseinheit ASSP, zusammen mit einem integrierten rauscharmen Verstärker, einem 17-Bit-ADC und einer leistungsstarken DSP-Einheit.

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